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SilvaScan: Barrierefreie Software für das verteilte deutschlandweite Digitalisieren von Papierdokumenten mit Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM).

In Deutschland gibt es ca. 850 Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), die auch im Bereich Digitalisieren von Papier (Scannen) tätig sind. Obwohl dieser Markt sehr stark wächst (p.a. mehrere Billionen Seiten), können viele dieser Einrichtungen oft nur kleine zeitunkritische Aufträge alleine durchführen.

In den komplexen Verarbeitungsprozessen kommen unterschiedliche Softwareprodukte zum Einsatz, die nur schwer bedienbar sind sowie Medienbrüche und hohe Kosten durch doppelte Lizenzgebühren pro gescannte Seite verursachen. Durch die Verwendung verschiedener Softwarelösungen innerhalb des Gesamtprozesses leiden hier zudem die Qualität und die Geschwindigkeit. Des Weiteren sind Abnahmeprozesse beim Kunden mit hohem administrativem Aufwand verbunden. In dem Verbundprojekt SilvaScan soll genau auf diese Problemstellungen eingegangen werden.
Vier Lösungsansätze werden hierbei verfolgt:
(1.) Die graphische Benutzeroberfläche der lokalen Scan-Software kann an die Fähigkeiten des Mitarbeiters korrespondierend mit seinen Arbeitsaufgaben für eine optimale Unterstützung angepasst und somit barrierefrei genutzt werden.
(2.) Die Workflowsteuerungssoftware soll das Steuern komplexer Dokumentenprozesse in Verbundprojekten ermöglichen.
(3.) Die modulare Serveranwendung für den gesamten Digitalisierungsprozess soll flexibel Funktionen für die einzelnen Prozesse bereithalten und dadurch auch Medienbrüche innerhalb der Abläufe beseitigen.
(4.) Der Prozessbaukasten zum Digitalisieren im Verbund mit WfbMs soll einerseits die erforderlichen Systemeigenschaften zur barrierefreien Nutzung enthalten, andererseits eine adäquate Aufteilung des Gesamtprozesses in Bezug auf die individuellen Gegebenheiten der jeweiligen Werkstätten ermöglichen.

Die Fachhochschule erarbeitet im Projekt den Prozessbaukasten und entwickelt die Grundvoraussetzungen für die Anforderungen an die Lösung. Im Team der Main IT sind 6 Menschen mit Behinderung, die maßgeblich an der Entwicklung beteiligt sind. Am Ende soll eine marktreife Lösung den WfbMs erstmals ermöglichen, im Verbund gemeinsam an Scan-Aufträgen zu arbeiten. Durch intensive Kontakte mit interessierten Werkstätten und deren Genossenschaften, insbesondere in Hessen, besteht die Chance, die Lösung nach Abschluss des Projektes breit in den Markt einzuführen. Dieses Projekt liefert einen Beitrag zur inklusiven Arbeitsplatzgestaltung.

LOEWE Logo

Dieses Projekt (HA-Projekt-Nr.: 409/13-48) wird im Rahmen von Hessen ModellProjekte aus Mitteln der LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben gefördert.


Rolle von BaSys im Projekt

Projektteam BaSys/FH

Prof. Dr. Gerd Döben-Henisch
wissenschaftliche Projektleitung
doeben@fb2.fh-frankfurt.de

Prof. Dr. Annegret Horbach
wissenschaftliche Projektleitung
horbach@fb4.fh-frankfurt.de

David Heun
wissenschaftlicher Mitarbeiter
dheun@fb2.fh-frankfurt.de

Veronika Neuf
wissenschaftliche Mitarbeiterin
neufv@fb2.fh-frankfurt.de

Jürgen Meß
wissenschaftlicher Mitarbeiter
mess.j@fb2.fh-frankfurt.de

Fachhochschule Frankfurt am Main
Nibelungenplatz 1
60318 Frankfurt

Main IT

Von der Firma Main IT ist bekannt, dass sie hohe Kompetenzen in der Softwareerstellung mit Blick auf barrierefreie Anforderungen besitzt und in der Lage ist, Projekte eigenständig zu realisieren. Bis heute hat Main IT eine hohe Innovationskraft bewiesen und damit begonnen, ein neues zukunftsträchtiges Geschäftsfeld im Bereich barrierefreies Scannen von Dokumenten aufzubauen.

Main IT GmbH & Co. KG
Bahnstr. 14
65779 Kelkheim
Tel.: 06195 - 6 77 888
Fax: 06195 - 67 42 699
kontakt@main-it.de

Bisherige Kooperation

Ein zurückliegendes erfolgreiches gemeinsames Projekt zwischen der Firma Main IT und der FH mit dem interdisziplinären Master-Studiengang 'Barrierefreie Systeme' (BaSys) („Barrierefreies Open-Source-Dokumenten-Management-System - Main Pyrus BIENE Edition“, HA-Projekt-Nr. 246/10-22), bei dem die Firma Main IT die Projektführerschaft innehatte, hat belegt, dass eine Kooperation zwischen beiden Partnern (und einigen anderen Firmen) sehr konstruktiv verlaufen ist. Seitdem hielt der Kontakt an und es zeigte sich, dass die FH mit ihrem Potential an Know-how, speziell auch durch die fächerübergreifende Verflechtung, wie sie im interdisziplinären Studiengang BaSys gegeben ist, über das damalige Projekt hinaus noch erheblich mehr Unterstützung zu einer Produktentwicklung leisten kann, als es in dem ersten Projekt möglich war. Dies gilt nicht nur für die Firma Main IT, sondern auch für viele andere Firmen in Hessen.

Spezieller Skopus BaSys

Dieser erweiterter Skopus von BaSys gegenüber der Firma Main IT ergibt sich daraus, dass BaSys sich inhaltlich dem Thema Barrierefreiheit sowohl entsprechend den Bundes- und Landesgleichstellungsgesetzen verpflichtet fühlt (sowie vielen weiteren Detailgesetzen wie z.B. in den Bereichen Bauordnungen, Verkehr), sondern auch der Behindertenrechtskonvention der Vereinigten Nationen (international verabschiedet 2008, in Deutschland ratifiziert 2009). BaSys interpretiert diese Gesetze im weiteren Sinne, d.h. nicht nur unmittelbar für Menschen mit Einschränkungen, sondern über die zu schaffenden Optimierungen der Umwelt hinaus als 'Design für Alle'. Wenn schon Verbesserungen, dann möglichst so, dass möglichst viele einen Nutzen davon haben.

Um diesen Anspruch einlösen zu können, ist BaSys interdisziplinär aufgestellt mit Kompetenzschwerpunkten aus drei von vier Fachbereichen der FH Frankfurt. Zu diesen zählen Architektur, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Soziale Arbeit und Gesundheit. Neben zentralen interdisziplinären Modulen umfasst BaSys aktuell 24 verschiedene Fachmodule, die diese Problemstellung aus unterschiedlicher Sicht behandeln. Damit nimmt der Studiengang BaSys bundesweit seit 2005 eine Sonderstellung ein.

Damit diese Kompetenzbreite auch tatsächlich wirksam werden kann, arbeiten alle Studierenden und Lehrenden während der gesamten Studiendauer in interdisziplinären Projekten zusammen, die im Stil des forschenden Lernens angelegt sind. Dadurch wird den Studierenden schon von Anfang an ermöglicht, auch mit Partnern außerhalb der Hochschule zu kooperieren, was anschließend in interdisziplinären Masterthesen fortgeführt und vertieft werden kann.

Beitrag von BaSys

Bezogen auf das geplante Projekt 'Silva Scan' bedeutet dies, dass die FH Frankfurt durch die klare thematische Ausrichtung und die breite interdisziplinäre Aufstellung von BaSys der Firma Main IT helfen kann, die Erweiterung des barrierefreien Scannens auf Werkstätten für behinderte Menschen auf wissenschaftlicher Basis vorzunehmen. Zugleich aber wird auch die Kompetenz von BaSys gestärkt, das Know-how zur Analyse und Optimierung von Arbeitsumgebungen in Richtung einer größeren Barrierefreiheit auch weiteren Firmen in Hessen zur Verfügung zu stellen.

Erreicht wird das dadurch, dass BaSys einen Methodenbaukasten entwickelt, der sich ganz allgemein an barrierefreien Arbeitsabläufen mit intelligenter Systemunterstützung orientiert. Dieser Methodenbaukasten wird immer weiter ausgebaut. Jedes Projekt leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Das sich hier ansammelnde Wissen wird in Form von Beratungsleistungen, Schulungen, Tutorials und Publikationen allen interessierten Firmen in Hessen angeboten werden.

Durch die Einbindung von Studierenden schon während des Masterstudiengangs (z.B. in Form von Praktika, interdisziplinären Projekten, Masterthesen) wie auch durch gezielte Nachfolgeprojekte soll den Absolventen von BaSys der Zugang zu neuen, innovativen Tätigkeiten im Bereich barrierefreier Arbeitsplatzentwicklung in hessischen Unternehmen geebnet werden. Im heute eng umkämpften Arbeitsmarkt bedeutet dies somit eine Stärkung der jeweiligen Firmen.

Es sei ferner angemerkt, dass die FH Frankfurt mit ihrer Abteilung für Forschung, Weiterbildung, und Wissenstransfer über eine Abteilung verfügt, die mit der Abwicklung großer Förderprojekte eine große Erfahrung besitzt.

Für ganz Hessen

Es sei hier nochmals ausdrücklich vermerkt, dass die Projektergebnisse neben dem Produkt für Main IT unmittelbar in die weiteren interdisziplinären Forschungs- und Lehraktivitäten der FH einfließen werden, und zwar so, dass diese dann auch für alle anderen Unternehmen in Hessen zur Verfügung stehen werden.

Evaluationstreffen am 12.März 2014 in Basys

Am Mi 12.März 2014 kam es zu einem ersten Evaluationstreffen mit Herrn Terstiege von der Hessenagentur, mit den Projektleitern(in Prof. Dr. Doeben-Henisch und Prof.Dr. Horbach von der FH Frankfurt, dem Geschäftsführer Herrn Brinkmann von der Firma Main IT, sowie mit den drei wissenschaftlichen Pojektmitarbeitern der FH Frankfurt.

Die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen der FH-Frankfurt (von links nach rechts): Herr M.Sc. David Heun, Herr M.Sc. Jürgen Mess sowie Frau B.Sc. Veronika Neuf während einer Besprechung.

Die Projektleiter mit dem Vertreter der Hessenagentur (von links nach rechts): Herr Prof. Dr. Gerd Doeben-Henisch, Frau Prof.Dr. Annegret Horbach, Herr Hendrik Terstiege, Herr Torsten Brinkmann

Die Sitzung verlief sehr konstruktiv und – wie man sehen kann – die Stimmung war gut. Dies ist auch kein Wunder, da schon nach wenigen Monaten eine überwältigende Resonanz aus der Wirtschaft zu diesem Projekt festgestellt werden kann.

de/home/loewe.txt · Zuletzt geändert: 2014/11/24 13:20 (Externe Bearbeitung)