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Notfallmanagement

Das Ziel unseres Projektes stellte die Entwicklung eines Roboters (=Notfallassistent) im ambulanten Bereich dar. Meine Aufgabe im 1. Semester lag darin, das Verhalten des Roboters in Notfallsituationen zu erörtern. Ich habe am Anfang erst drei Ausgangsfragen (1. „Wann liegt ein Notfall vor?“, 2. „Wie erkennt der Roboter den Notfall?“, und 3. „ Wie handelt der Roboter?“) erörtert. Ein Notfall liegt bei einem akuten Hilfebedarf pflegerischer oder medizinischer Intervention vor (Frage 1). Der Notfallassistent erkennt den Notfall daran, dass eine Person (Patient) zu Hause auf dem Boden liegt, nicht ansprechbar ist oder schreit (Frage2). Exemplarisch wurde als Notfallbeispiel ein akutes Sturzereignis im ambulanten Bereich gewählt und ein Notfallplan mit den vom Notfallassistenten auszuführenden Aktionen entwickelt (Frage 3). Tritt das Ereignis „Sturz-Notfall“ ein, werden die Dokumentation und eine Mikrofonaufzeichnung der Töne in der Umgebung des Notfallassistenten gestartet. Nun wird die Ansprache zum Patienten aufgebaut und per Alarmsystem eine Pflegekraft informiert, mit einer Webcam zum Patienten verbunden und die Patienten Daten (elektronische Patientenakte) werden zur Pflegekraft übertragen. Somit bewegt sich die Pflegekraft per mobiler Videokonferenz zum Verunfallten. In der Zwischenzeit fragt der Notfallassistent u.a. weitere Punkte wie Flüssigkeitsaustritt aus dem Bewohner, Schmerzen und Panik ab. Die Fragen werden jeweils mit „ja“ oder „nein“ beantwortet. Nach der jeweiligen Antwort wird eine passende festgelegte Aktion ausgelöst.

Im zweiten Semester wurde eine Userstory über einen in einer Zweizimmer-Wohnung alleine lebenden sturzgefährdeten älteren Diabetiker mit erhöhtem Sturzrisiko entwickelt. Die Situation wurde als Beispiel für einen Notfall gewählt. Die Wohnung ist über den Notfallassistenten mit einem Pflegestützpunkt vernetzt. Erkennt der Notfallassistent einen Sturz, wird eine Videokonferenz zum Pflegestützpunkt aufgebaut. Dieses Bild wird mit den gespeicherten Patientendaten und den vom Notfallassistenten erhobenen medizinischen Daten ergänzt und ermöglicht es der Pflegekraft, sich ein Gesamtbild der Situation zu verschaffen. Geht sie nun persönlich zum Senior, kann sie dem Weg per Notebook und W-Lan die Videokonferenz und die Ansprache zum Senior halten. Vor Ort leitet sie nötige Maßnahmen ein. Die Pflegekraft hat die Option, die Videokonferenz zur Rettungsleitstelle zu erweitern. Es besteht auch die Option, Nachbarn mit einzubeziehen. Diese könnten z.B. bei unspektakulären Ereignissen anstelle der Pflegekraft zum Senior gehen und helfen. In jedem Fall muss die Technik eine zuverlässige Datenübertragung und die ununterbrochene Funktionsfähigkeit des Notfallassistenten gewährleisten.

Im dritten Semester habe ich ein Szenario von einem Sturzereignis, bedingt durch eine Synkope, entworfen. Das Ereignis findet ebenfalls in einer privaten Wohnung statt. Die Wohnung ist mit einem Notfallassistenten (NA) ausgestattet. Dieser soll mit Hilfe von Abfragen und von kurzen „Ja oder Nein“ - Antworten Informationen erhalten und reagieren. Er erkennt, dass die Bewohnerin stürzt und auf dem Rücken liegen bleibt. Als sie das Bewusstsein wieder erlangt, steht der Notfallassistent neben ihr und beginnt die Ansprache aufzunehmen. Die Fragen lassen Rückschlüsse auf Bewusstsein, Orientiertheit und Schmerzempfinden zu. Ergänzend führt er einen Bodycheck durch, lagert sie und sorgt für Wärmeerhaltung. In weiteren Schritten legt der NA EKG-Elektroden (mit AED Vollautomatensteuerung), eine Blutdruckmanschette und einen Fingerklipp (SpO2) bei der Bewohnerin an. Die Daten werden über W-Lan zum Pflegestützpunkt übertragen. Die Pflegekraft kann so mit einem Notebook auch auf dem Weg zur Bewohnerin die Ansprache per WebCam und Ton halten. Die Bewohnerin trägt eine GlucoWatch. Diese überträgt die Blutzuckerwerte an den Pflegestützpunkt. Die Pflegekraft überzeugt sich vor Ort, dass alles in Ordnung ist und empfiehlt ggf. die Einlieferung der Verunglückten in eine Klinik. Der NA setzt den Notruf ab.

de/notfallmanagement.txt · Zuletzt geändert: 2014/11/24 12:37 (Externe Bearbeitung)