Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


Seitenleiste

de:sozialraumanalyse

Projekt „Sozialraumanalyse“

Im Rahmen der Vorlesung „Projektschiene“ im interdisziplinären Masterstudiengang „Barrierefreie Systeme“ sollte ein Projekt durchgeführt werden. Als Zeitrahmen waren 1-3 Semester vorgesehen. Aufgrund des demografischen Wandels
und dessen zukünftigen Auswirkungen, ist die Idee entstanden ,das Projekt „Sozialraumanalyse“ durchzuführen.

Im ersten Semester wurde zunächst der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum in Hessen eruiert. Es wurde gezielt bei mehreren kommunalen Seniorenberatungen und Behindertenbeantragten telefonisch oder per E-Mail angefragt um den Bedarf zu erheben. Mit dem Ergebnis, dass in Hessen der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum bis dato nicht ermittelt wurde. Nur in der Stadt Offenbach haben sich die Behörden im Rahmen des kommunalen Altenplanes 2002 die Mühe gemacht und ermittelt. Das Ergebnis ist ziemlich nüchtern ausgefallen: bei ca. 120.000 Einwohner, gibt es ca. 661 barrierefreie Wohnungen.

Da eines der beiden Mitglied der Projektgruppe „Sozialraumanalyse“ auch in der neu entstandenen Götzenhainer AG
„Heimat Götzenhain- Bürger gestalten ihre Zukunft “ tätig war, ist die Idee geboren, sich zusammen zu schließen, um so die Ressourcen der beiden Projektgruppen zu vereinen und die Sozialraumanalyse des Stadtteils Götzenhain gemeinsam durchzuführen. Darüber hinaus bot sich die Chance für die Studierenden vielseitige praktische Erfahrungen bei den Vorbereitungen, der Durchführung, der Auswertung und beim Umgang mit Bürgern, Vertretern der Behörden bzw. Politikern zu sammeln.

Im Stadtteil Götzenhain war der demografische Wandel der Auslöser dafür, dass die Bürger angefangen haben, sich Gedanken über ihr eigenes Älterwerden zu machen. Der Ort ist zu dem überschaubar strukturiert, kleinräumig und was besonders wichtig und fördernd für das Projekt ist, er verfügt über ein aktives Vereins- und Kulturleben.

Es wurden bei Begehungen im Stadtteil die Aspekte: Wohnen, Einkaufsmöglichkeiten, öffentlicher Personen-Nahverkehr, Gehwege und öffentliche Räume begutachtet, fotografiert und diskutiert. Im Fokus stand die Barrierefreiheit, weil „Die Stadt der Zukunft ist eine Stadt für Alle ist“, wie Prof. Dr. Peterek, der die Götzenhainer AG wissenschaftlich begleitet, immer wieder in Götzenhain wiederholt. Die erhobenen Daten sollen der Erforschung der realen Situation der Menschen in Götzenhain dienen und zudem eine Ermittlung der zukünftigen Bedarfe ermöglichen, so dass, die Forschung der „Smart Technology“ passgenaue und bedarfsorientierte Produkte entwickeln kann, bzw. gezielte Anpassungsmaßnahmen des sozialen Raumes durchgeführt werden können unter Gesichtspunkten des universellen Designs/Barrierefreiheit und nicht zuletzt auch um die Wege zur Partizipation aller Götzenhainer Bürger ebnen zu können.

Der Schwerpunkt des zweiten Semesters war die der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung im Umland von Frankfurt am Main am Beispiel vom Stadtteil Götzenhain. Forschungsfrage war, ob und wieweit es möglich ist, die aktuelle Situation im Stadtteil Götzenhain für die Zukunft zu simulieren. Ab dem 2. Semester hatte der Verfasser das Projekt „Sozialraumanalyse“ auf Grund des Ausscheidens des zweiten Mitglieds alleine weitergeführt. Für die Computersimulation hat er für die Jahre 2004/2005 vom Magistrat der Stadt Dreieich die benötigten statistischen Daten übermittelt bekommen. Herr Prof. Dr. Doeben-Henisch hat freundlicherweise mit den vorhandenen Zahlen die o. g. Computersimulation durchgeführt. Die Berechnung hat aufgezeigt, dass die Bevölkerungszahl hier durch Abwanderung schrumpft. Die durch die Simulation gewonnen Daten wurden in einer Modellrechnung für die Jahre 2004-2016 als Balkendiagramm erstellt.

Solch eine Datengewinnung ist für jede Gemeinde von unschätzbarem Wert, da sich die Alterspyramide verändert. Die demographischen Rahmenbedingungen sind im Allgemeinen bekannt. Die Städte und Gemeinden klagen zunehmend an Bevölkerungsschwund Bevölkerungsschwund
Dieser Vorgang verläuft aber nicht überall im Land gleich. Es gibt Regionen, in denen es schneller geht z. B. wegen vermehrter Abwanderung.

Um gezielt die Entwicklungsprognosen zu bekommen, die eine Stadt bzw. Gemeinde unmittelbar betreffen, kann man sie mit Hilfe einer Computersimulation hier z. B. mit „Oksimo“ Programm
eine relativ sichere Zukunftsdatenlage erstellen, wenn keine unvorhersehbare Ereignisse in der berechneten Zeitspanne hinzukommen.

Der Schwerpunkt des dritten Semesters bildete die Bürgerbeteiligung und die Instrumente der partizipierenden Quartiergestaltung.

Der Verfasser dieses Beitrages hat in diesem Semester durch Literatur- und Internetrecherche einige Partizipationsinstrumente zusammengetragen, diese beinhalten die aktuell bekannten, als auch Neuerungen auf diesem Gebiet Besonders die virtuelle Quartiergestaltung, erst mit modernster Technik möglich, öffnet völlig neue Wege der Partizipation aller Bürger.

Das Instrumentarium der Partizipation wird in Zukunft weiterhin gebraucht, da laut einer repräsentativen Befragung
der Bertelsmann Stiftung (2011) fast 70% der Bürger an Partizipation in Bauprojekten interessiert sind. Die Beteiligung der Bürger bei Bauvorhaben, Planungen und Planänderungen ist vom Gesetzgeber im Baugesetzbuch (Bau GB) unter § 3 Abs. 1 verankert.

Die Instrumente lassen sich vorerst grob in drei große Gruppen einteilen. Es werden dabei nicht alle Instrumentenformen aufgezeigt, aber die Mehrheit dabei berücksichtigt:

Information, Meinungsbildung durch:

Schriftliche Befragung, Interview , Aushang, Ausstellung, Lokale Medien, Bürger-Einwohnerversammlung, Vorträge, Exkursion, Ortsbegehung. (Bischoff et al., 2007).

Beteiligung durch:

Formal definierte Partizipationsinstrumente, die durch Gesetze geregelt, und in der Administration verankert sind: öffentliche Auslegung, Beirat und Ausschuss, Bürgerbeauftragte und Anhörung. Demzufolge auch informelle Partizipationsinstrumente, die nicht durch Gesetze geregelt sind, wie: bürgernahe Beratung, Arbeitsgruppen, Zukunftswerkstatt, Zielgruppenbeteiligung, Planungszelle (ebd.).

Kooperation können durch:

Workshops, Werkstätten, Foren, Open Space, Mediationen oder Gründungen lokaler Partnerschaften, Runder Tisch gefördert werden. Welche Instrumente eingesetzt werden, hängt gänzlich von dem jeweiligen Entscheidungsträger ab (ebd.).

Mit den o. g. Methoden ist es möglich Planungsinhalte im Internet zu veröffentlichen, zugänglicher zu machen, und somit auch neue Zielgruppen zu erreichen. Des Weiteren können so die klassischen Partizipationsinstrumente durch diese neuartige Technologie ergänzt und unterstützt werden.

Als Ergebnis konnte der Verfasser in dieser Arbeit eine breite Palette verschiedener Partizipationsinstrumente aufzeigen, die dem interessierten Bürgern und den Stadtplanern zur Verfügung stehen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Erkenntnisse und gewonnene Daten des gesamten Projektes „Sozialraumanalyse“ für die AIIPS Groß-Projekt-Planung von Bedeutung sein können. Sowohl für Ingenieure, Informatiker für die gezielte Entwicklung von technischen Hilfsmitteln, als auch für Stadtplaner, Architekten für die bessere Planbarkeit des barrierefreien Wohnraums und im öffentlichen Raum.

Quellennachweise

Bischoff A., Selle K., Sinnig H.. Informieren, Beteiligen, Kooperieren Kommunikation in Planungsprozessen. Eine Übersicht zu Formen, Verfahren und Methoden. Rohn-Verlag 2007.

de/sozialraumanalyse.txt · Zuletzt geändert: 2014/11/24 12:37 (Externe Bearbeitung)