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Webbasierte Plattform für barrierefreie Systeme


Projektmitglieder

  • Mahrokh Mahourvand (FB 2 – Informatik)
  • Arne Nerkamp (FB 4 – Gerontologie)
  • Asli Örtülü (FB 2 – Informatik)
  • Tolga Tran (FB 2 – Informatik)

1. Projektbeschreibung

Thema:

Idee des interdisziplinären Projektes ist es, eine „webbasierte Plattform für barrierefreie Systeme“ zu entwickeln, die ein breites und erweiterbares Angebot zum Thema „barrierefreies Wohnen“ anbietet.

Problemlage:

Eine Wohnberatung ist in den meisten Fällen aufgrund ihrer Instrumente (Ausstellung, Programme, Kataloge usw.) an einen Ort gebunden oder erfordert große Mengen an Material, die von der Wohnberatungsstelle zum gewünschten Ort transportiert werden müssen. Außerdem besteht zwischen den barrierefreien Wohnberatungen innerhalb des Internets eine unzureichende Vernetzung, die einen kontinuierlichen Austausch an Informationen verunmöglicht.

Ziel:

Das Projekt soll es ermöglichen, Informationen und Wissen auf der Plattform zusammen zu fassen, um es für Beratungen sowohl innerhalb der barrierefreien Wohnberatungsstellen, als auch in der Wohnung des Klienten, für Beratungen zu nutzen. Ausstellungen oder Kataloge wären somit nicht weiter erforderlich. Jede Person, ob sie eine Wohnraumanpassung durchführen möchte oder nicht, kann sich über die Plattform informieren. Die Informationen sind umfangreich und aktuell. Beschwerliche Wege sind für Klienten nicht erforderlich und Kommunikationsprobleme können ausgeschlossen werden.

2. Benutzergruppe

Das Projekt beinhaltet zwei Benutzergruppen. Zum einen die Wohnberater, die mit dem Produkt Wohnberatungen durchführen und die Klienten, die die Wohnberatungen in Anspruch nehmen.

Wohnberater:

Die erste Benutzergruppe setzt sich aus den Wohnberatern der jeweiligen Wohnberatungsstellen zusammen. Hinter dem Begriff des „Wohnberaters“ verbergen sich unterschiedlichste berufliche Kompetenzen. So können beispielsweise als Wohnberater nicht nur Architekten, sondern auch Bauingenieure oder Sozialarbeiter aktiv sein. In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Wohnberatungsstellen die sich mit dem Thema barrierefreie und altersgerechte Wohnanpassung beschäftigen. Im Folgenden wird definiert, was unter den Begriffen Wohnberatung und Wohnanpassung zu verstehen ist.

Wohnberatung:

Wesentliches Ziel ist, „das selbständige Wohnen und die selbständige Haushaltsführung der Menschen in ihrer Wohnung und ihrem Wohnumfeld zu erhalten, zu fördern oder wiederherzustellen.“

Aufgaben der Wohnberater u.a.:

  • Individuelle Beratung über Möglichkeiten und Formen des barrierefreien Wohnens und der Wohnungsanpassung durch
  • Analyse der Wohnsituation unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Fertigkeiten und des vorhandenen Netzwerkes
  • Durchführung verschiedener Wohnungsanpassungsmaßnahmen
  • Fall- und Unterstützungsmanagement
  • Information über Finanzierungsmöglichkeiten
  • Planung und Begleitung der Maßnahmen
  • Vermittlung von Diensten und anderen sozialen Angeboten1)

Wohnraumanpassung:

Wenn eine Wohnberatung zu einem Umbau der Wohnung führt, kann von einer Wohnraumanpassung gesprochen werden. Dabei geht es um die Veränderung der bestehenden Wohnung an die Bedürfnisse von älteren oder pflegebedürftiger Bewohner, wobei die Standards der Barrierefreiheit als Orientierung dienen Im Unterschied dazu werden bei einer sog. strukturellen Anpassung die Wohnungen einer oder mehrerer Wohngebäude im Zusammenhang angepasst.

Klienten:

Es gibt in Deutschland 11 Millionen Haushalte mit Über-65 Jährigen. 90% der Älteren haben Barrieren in ihren Wohnungen und ca. 1% des Wohnungsbestandes ist altersgerecht umgebaut. Kurzfristig wird der Bedarf für altersgerechte Wohnungen auf 2,5 Millionen Wohnungen geschätzt. Die Zahl setzt sich aus den mobilitätseingeschränkten Seniorenhaushalten zusammen. Bis 2020 soll die Anzahl auf 3 Millionen ansteigen. Jüngere Menschen mit Behinderungen, die eine alters- und behindertengerechten Wohnanpassung benötigen, sind in den Zahlen nicht inbegriffen.2) Die Zielgruppe, die von dem Projekt profitieren würde, setzt sich aus Älteren, Hilfe- und Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen zusammen. Doch auch Angehörige sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können sich zu dem Thema informieren und sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

3. Design

Im Folgenden werden in Abbildung 1 und Abbildung 2 mit Use-Case Diagrammen (Anwendungsfalldiagramm) die Benutzergruppen mit ihren jeweiligen Beziehungen und Abhängigkeiten dargestellt. Es zeigt, wie sich die Plattform später verhalten soll und welche Anforderungen es beinhalten muss.

usecase2.jpg
(Abb. 1)

Wenn ein Klient innerhalb seiner Wohnung durch Barrieren eingeschränkt wird, kann dieser die Plattform aufrufen. Findet er bei den fachspezifischen Informationen keine geeignete Lösung oder hat er ein spezielles Wohnproblem, kann er die Wohnberatung auf der Plattform nutzen. Der Wohnberater kann per Telefon einen Lösungsvorschlag liefern oder gegebenenfalls einen persönlichen Termin mit dem Klienten vereinbaren, in der eine gemeinsame Lösung für das Wohnproblem besprochen wird.

Für das Gesamtkonzept wurde überlegt, welche Anforderungen die Plattform haben könnte. Daraus ergaben sich folgende Funktionen:

  • Programme: Virtuelle 3D-Wohnraumanpassung/-planung
  • Vorgefertigte Datenbank
  • Allgemeine Informationen zum Thema Wohnberatung
  • Kontaktdaten der verschiedenen Anbieter (Firmen, Berater, Vereine, usw.)
  • Hilfsmittel (Produktkatalog)
  • Fertige Musterlösung (Produktkatalog)

Bei einer späteren Bedarfsanalyse wird geprüft, welche Anforderungen die Plattform haben wird.


(Abb. 2)

Das Use Case Diagramm der gesamten Plattform stellt dem Klienten bzw. dem Nutzer der Plattform eine Vielfalt von Funktionen zu Verfügung. Die Plattform bietet ihm freizugängliche, fachspezifische Informationen über barrierefreies Wohnen, in der er Lösungen für Barrieren finden kann. Informationen und Kontaktadressen von Vereinen, Baufirmen, anderen Wohnberater, etc. sind auf der Plattform mit aufgelistet und können von ihm genutzt werden. Zugleich kann eine Wohnberatung bei speziellen Fragen vom Klienten in Anspruch genommen werden, indem er mit einem Wohnberater Kontakt aufnimmt. Als weitere Funktion besteht die Möglichkeit, den Wohnraum, wie z. B. das Bad, Schlafzimmer, etc. individuell mit einem 3D- Wohnplaner digital zusammen zu stellen und zu gestalten. Ein Produktkatalog, der verschiedene barrierefreie Wohnprodukte enthält, kann den Klienten im Bereich der Wohngestaltung inspirieren oder eine mögliche Lösungen für vorhandene Wohnprobleme liefern. Die Produkte können im Katalog von Fachkräften, Wohnberatern, etc. erweitert und vermarktet werden.

In der Abbildung 3 und Abbildung 4 wird mit Zustandsdiagrammen das Verhalten eines Systems oder die zulässige Nutzung der Schnittstelle eines Systems spezifiziert.

zustand2.jpg
(Abb. 3)

Der Klient kann mit dem Aufruf der Plattform im Webbrowser Kontakt zu einem Wohnberater aufbauen. Gemeinsam wird das bestehende Wohnproblem bearbeitet und eine geeignete Lösung gefunden.


(Abb. 4)

Der Klient ruft die Wohnplattform im Webbrowser auf und kann auf der Hauptseite, fachspezifische Informationen über barrierefreies Wohnen entnehmen. Sind die gegebenen Informationen nicht ausreichend für die Problemstellung des Klienten, kann dieser Kontakt zu einem Wohnberater aufnehmen oder eine Kontaktliste von Vereinen, Baufirmen, etc. vorfinden. Zugleich kann der Klient Kontakt zu einem Wohnberater aufnehmen, der mit dem Klienten gemeinsam eine Lösung ausarbeitet. Der Wohnberater kann des Weiteren spezielle Kontaktdaten für problemspezialisierte Außenstellen dem Klienten zu Verfügung stellen. Der Produktkatalog liefert ein breites Spektrum an Wohnprodukten, die der Klient für seine eigenen Wohnpläne anschauen und bestellen kann. Mit dem 3D-Wohnplaner gestaltet der Klient seinen eigenen Wohnraum digital nach und kann die erstellten Ideen oder Raumgrundrisse mit dem Wohnberater weiter ausarbeiten.

Literaturverzeichnis

Hefte:

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (2011): Wohnen im Alter. Marktprozesse und wohnungspolitischer Handlungsbedarf, Heft 147, Druck Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn

Internet:

nullbarriere.de, http://nullbarriere.de/wohnberatungsziele.htm (Letzter Zugriff: 06.07.13)

2) Vgl. Wohnen im Alter, 2011, S. 53
de/wpbs.txt · Zuletzt geändert: 2014/11/24 12:37 (Externe Bearbeitung)